Kinder und Eltern entdecken gemeinsam neue Wege..

..mit dem Laufbus

Sobald Kinder im schulfähigen Alter sind, stellt sich die Frage, wie das Kind zur Schule kommt:
Ist die Entfernung so kurz, dass das Kind zu Fuß gehen kann?
Gibt es einen Schulbus?
Liegt die Schule auf dem Weg zur Arbeit, den die Eltern sowieso jeden  Morgen zurücklegen?

Oftmals werden die Kinder mit dem PKW zur Schule gebracht – die sogenannten Elterntaxis verstopfen in großer Zahl die Zufahrten, der Schulbus kann nicht halten. Zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad ankommende Kinder werden durch die Unübersichtlichkeit der Situation überfordert oder gefährdet. Je mehr Eltern ihre Kinder zu Fuß, per Rad oder Tretroller begleiten und somit mehr PKWs aus dem Schulumfeld durch eine nichtmotorisierte Fortbewegung ersetzt werden, desto sicherer und attraktiver wird die Straße vor der Schule – und desto einfacher ist der Schulweg für Kinder zu meistern.

  • Der Weg zur Schule ist für Kinder nicht nur das Zurücklegen einer Strecke zum Ziel, vielmehr ist es ein Erlebnis-, Erfahrungs-, und Lernweg.
  • Auf dem Weg zur Schule zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad trainieren Kinder ihre Psychomotorik  und entwickeln viele kognitive Fähigkeiten, wie zum Beispiel das räumliche Vorstellungsvermögen und die Wahrnehmung von Entfernung, Zeit und Geschwindigkeit.
  • Die morgendliche Bewegung hilft dabei, die erste Energie an der frischen Luft abzubauen, so dass sich die Kinder im Unterricht besser konzentrieren können.
  • Die Kinder nutzen den Verkehrsraum als Spiel-, Sport- und Kommunikationsraum.  Durch die Interaktion mit Schulfreund:innen auf ihren Wegen und beim Spiel erwerben sie viele soziale Fertigkeiten, wie z.B. Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft.

Die Schule ist ein Ort, an dem zu Schulbeginn und -ende viel Verkehr entsteht. Um diesen Verkehr zu steuern, kann die Schulleitung bei der Entscheidung, wie die Schüler:innen zur Schule kommen, eine aktive Rolle übernehmen – beispielsweise durch das Erarbeiten eines Schulmobilitätsplanes, schulbezogene Informationen für den Öffentlichen Personenverkehr, Aufstellung von Fahrradabstellanlagen oder eben durch die Einführung eines Laufbusses.

Ein Laufbus bezeichnet das gemeinsame Zurücklegen des Schulweges auf festgelegten Routen und in Begleitung von Erwachsenen. Mit dem Laufbus kommen Schüler*innen, deren Eltern und Lehrerkräfte mit nachhaltigen Möglichkeiten der Fortbewegung in Berührung.

Mit Hilfe des Leitfadens soll ein Beispiel für die aktive Förderung von nachhaltiger Mobilität gezeigt werden. Die Einführung von Laufbussen an Schulen soll hiermit erleichtert werden und zeigen, dass das gar nicht so schwierig ist. Die Grundlage für den Leitfaden bilden Recherchen aus bereits realisierten Laufbusprojekten. Er richtet sich an Lehrer:innen an (Grund-)Schulen sowie an die Eltern der Kinder und soll einen Impuls für nachhaltige Mobilität geben.

Bildrechte: team red GmbH

Verkehrsmittelnutzung von Kindern und Jugendlichen

Quelle: Mobilität in Deutschland, 2017

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