Sebastian Preuß, Photowerk

DiMo-BS

Das Projekt Digital unterstützte Mobilitätsgarantie in Braunschweig „DiMo-BS“ entwickelt ein Modell für neue Mobilitätskonzepte in Schwachverkehrszeiten. Mit digitaler Unterstützung soll ein ergänzendes, attraktives Angebot ermöglicht und in den bestehenden ÖPNV integriert werden.

Der klassische ÖPNV, organisiert mit Haltestellen und Fahrplänen sowie bedient durch Stadtbahnen und Omnibussen, ist in Stadträumen mit geringer Wohndichte und in der Schwachverkehrszeit ökologisch und ökonomisch optimierungsbedürftig. Gleichzeitig bietet Braunschweig im Stadtgebiet eine öffentlich bereitgestellte und mitfinanzierte Mobilitätsgarantie. Das öffentliche Mobilitätsversprechen in Braunschweig gilt täglich zwischen 5:00 Uhr und 24:00 Uhr. Alle Stadtteile sind in dieser Zeit in angemessener Weise (mindestens stündlich) mit öffentlichen Mobilitätsangeboten an die Innenstadt und den Hauptbahnhof angebunden. Das Angebot stellt einen Baustein der Daseinsvorsorge dar und ermöglicht allen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in der Stadt.

In Schwachverkehrszeiten ist das Fahrgastaufkommen jedoch deutlich geringer als zur Haupt- und Normalverkehrszeit. Im Abend- und Sonntagsverkehr ist das Angebot je Fahrgast somit kostenintensiv und weder ökologisch nachhaltig, noch bedarfsorientiert. Für Verkehrsunternehmen besteht gerade hier der Zwang, die Balance zwischen Angebot, Kosten und Kundenzufriedenheit auszutarieren.

Mobis Info-Tipp Grafik

 

Die Stadt Braunschweig und ihr Verkehrsunternehmen, die Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) wollen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver gestalten. In zwei unterschiedlichen Stadträumen wollen wir neue Mobilitätskonzepte in Reallaboren testen, unter Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer evaluieren und verstetigen. Grundlage hierfür ist eine solide Datenbasis zur Analyse von Wegeketten sowie der Auslastungen des ÖPNV-Angebotes. Für die Umstellung werden Entscheidungsgrundlagen geschaffen, die ökologische, ökonomische und betriebliche Faktoren umfassen.

Die Erweiterung des ÖPNV muss die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen gewährleisten. In einem speziell für diese Auf­gaben­stellung konzipierten, mehrstufigen Beteiligungsverfahren mit unterschiedlichen Personen­grup­pen sollen Grundlagen für eine digitale Informations- und Buchungsplattform erarbeitet werden.

 

In einem weiteren Schritt wird die Übergabe zwischen dem klassischen ÖPNV-Angebot mit Stadtbahnen und Bussen zu ergänzenden Bedienungsformen an so genannten Move-Hubs konzipiert. Diese Stationen sollen ansprechende Räume sein, die einen sicheren Übergang zwischen den Fahrzeugen ermöglichen. Dies stellt hohe Anforderungen an die räumliche Ausgestaltung des Fahrgastflusses und des Zugangs zu On-Demand-Fahrzeugen, CarSharing und Leihfahrrädern.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs „MobilitätsWerkStadt 2025“. Gemeinsam mit relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Forschung sollen Kommunen lokal angepasste Lösungen für die Mobilität der Zukunft erarbeiten. In Braunschweig hat ab Januar 2020 ein Mobilitätsmanager hierfür die Arbeit aufgenommen.

Bildrechte: Stadt Braunschweig

Projekt-Ansprechpartner

Michael Walther

Referat Strategische Projekte, Stadtentwicklung und Statistik

Reichsstraße 3
38100 Braunschweig

Telefon: 0531 470-3843
E-Mail: michael.walther@braunschweig.de

Projektpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Verkehrssystemtechnik
  • Technische Universität Braunschweig, Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement
  • Internationale Akademie Berlin (INA)
  • Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG)
  • Regionalverband Großraum Braunschweig

Gefördert durch